Meine Hände sind so kalt; denn die Zeit, die ging ins Land. Meine Seele ist so rein.



Taugenichts
  Startseite
    important_to_know
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

http://myblog.de/taugenix

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Zum Lügen zu DUMM

Gibt es etwas unsympathischeres als einen Schwindler? Bestimmt. Aber der Schwinder rangiert doch am unteren Ende der lieb-und-nett Skala.

Prinzipell ist gegen Schwindel nichts einzuwenden, doch sollte die schwindelnde Person gen?gend geistige Kapazit?t besitzen, denselben so zu inszenieren, dass der Beschindelte nicht mitkriegt. Denn, als alter Realit?tsverweigerer, mir ist die Wahrheit egal, solange sie nur komplett vor mir verborgen wird.

Stellt sich der Schwindler also als zu dumm heraus, so st?rkt dass meine Wut auf ihn doppelt, denn schliesslich will er mich (MICH!) nicht nur hinters Licht f?hren, nein, offensichtlich verkehre ich auch mit Idoten. Was ja wieder auf mich zur?ckf?llt.

Hegt man erst Verdacht gegen den Schwindler, so kommt immer mehr zum Vorschein, wie verkommen sein Ehrlichkeitssinn ist. Sherlock Homes like analysiert man jede seiner Silben, und findet mehr und mehr Ungereimtheiten. So obvious, dass es schmerzt.

Nein, mit einer solchen Person kann man nicht l?nger befreundet sein. Nicht wegen der L?gen. Nein. Wegen derer schlechter Qualit?t.

Hurra?




9.8.05 13:47


Werbung


Das Meer sehen und sterben

Samstag, fr?her Morgen. Torkelnd verlassen meine Begleiter den Am?sierschuppen. Ich, der Mehrvertrager, geraden Schrittes hinterher. Alles ist wie immer. Ich dr?ck den button, und zweimal zwinkert er mir zu. Wie immer. Auch die Begleiter schaffen es irgendwann ins Innere, alles ist bereit, liebliche Musik erklingt, und dann. Nix geht mehr. Alles still. Alles aus. Was vorbei ist, ist vorbei.

Noch letztes Wochenende trug er mich ?ber die autostrada zu meinem Platz an der Sonne, sch?tze mich mit seiner AC vor Hitze und Schweiss, turbote mich an all den LKWs und Puntos vorbei, bot mir Liebe und Trost.

Es war sein erstes Mal am Meer. Ich fuhr in direkt an den Strand. Morgens, als wir zu fr?h dran waren f?r die Herberge. Er muss die Gischt geh?rt und den Wind gesp?rt haben. Er war schon alt, er war schon krank. Das Meer sehen und sterben muss er sich gedacht haben. Mein treuer Kamerad.





In loving memories of

SAAB 9000 CSE Anniversary
1997 - 2005


9.8.05 15:06


Mein Haschhippie

Illegale Stoffe zu organsieren stellt den Rauschwilligen vor eine Entscheidung. Es stehen zwei Weg der Beschaffung offen. Entweder, man wendet sich an einen dubiosen Menschen aus der Halbwelt. Dieser findet sich meist am gef?hrlichsten Ort am Platz, und Nutten, Junkies und auch die Polizei sind nicht weit. Oder man greift auf idealistische Zeitgenossen zur?ck, welche den Stoff, hier THC, selber anbauen und konsumieren. Ihre Zugetanheit zum Konsum stellen sie unter Beweis mit ihrem haircut, ihren groben Wollpullies und in ihren Reden. Sie erkl?ren gerne und mit Leidenschaft (vor allem ungefragt), dass wenn Alkohol erlaubt, es TCH auch sein m?sste, und an THC auch noch keiner gestorben sei. Obwohl das ja nicht unbedingt f?r ein Rauschmittel spricht, zumindest f?r kein m?nnliches. Ausserdem werden sie tendenziel weniger oft verhaftet oder erstochen. Wie dem auch sei, ich hol mir mein Hasch seit Jahren bei einem Vertreter der zweiten Kategorie.

Der liebe Mann ist so um die 45, und er mag gerne Juttekutten (im Schnitt der Dubai-Scheichs auf BIZZ-TV, nur eben aus Jutte). Sein Haar tr?gt er selbstverst?ndlich lang. Damit sieht er meiner Vorstellung von Jesus nicht mal un?hndlich. Er war auch schon oft und gern in Idien. Deshalb war es wohl naheliegend, seinen Shop als Gesundstein-Kristall-Hokuspokus-Indialaden zu tarnen. Der Staubschicht auf den Steinen nach zu urteilen werden diese Artikel aber nicht oft nachgefragt.

Betritt man sein Etablissementl, vorher werden aber noch die Strassenschuhe ausgezogen, gr?sst man freundlich bis jovial, und begibt sich in ein mit Orientteppichen ausgelegtes Zimmer. Dort setzt man sich hin und l?sst etwas Zeit verstreichen, trinkt bespielsweise einen Tschaitee. Vielleicht nimmt man sich auch eins der zahlreichen Instrumente von der Wand und jammt ein wenig rum. Wichtig ist einfach etwas Zeit verstreichen lassen. Ist man eine Weile da, und die Aura des Ladens und die eigene haben sich synchronisiert, so fragt man den Haschhippe nach "dem Kistchen". Er verschindet in einem Hinterzimmer, nestelt dort ein wenig vor sich hin, und tsag-b?fff ist er wieder zur?ck. Im Kistchen, und das muss man ihm lassen, befinden sich immer 4 - 5 Spitzensorten, welche man zu 50er- oder 100er-W?hrungseinheiten haben kann. Man nimmt sich raus was man mag. Legt ein Geldschein rein, Deckel zu, h?flich Verabschieden und bis zum n?chsten Mal.

So l?uft das jeweils ab, mache das schon seit Jahren. Was mich allerdings stutzig werden liess: Seit ich meinen neusten Job hab (siehe Eintr?ge weiter unten), bin ich gezwungen, mich anst?ndig zu gewanden. Das heisst Anzugshose, Hemd, meist auch Kravatte. Da meine neue Leidensst?tte 5 min entfernt von seinem Laden liegt, ging ich neulich in Bizz-Montur hin.

Wow, schlug mir da Apathie entgegen. Der Haschhippie war noch am nettesten. Er hat wohl trotz allem sein Gesch?ft im Auge. Schlimm waren die anderen Kunden, welche jeweils auch im Orientteppichzimmer warten. Sonst wird man da schnell in ein Gespr?ch ?ber Mantras und Ghandi verwickelt, es wird freundlich gegr?sst, und man reicht sich gegenseitig Tschai-Tee. Nun vergassen die anderen Kunden aber alle gebotene H?flichkeit, als ich im Bizz-Look dort auftauchte. Niemand gr?sst zur?ck, alle funkelten mich missg?nstig an, keiner reichte mir Tschai. Ein blonder, langhaariger J?ngling mit schmutzigen F?ssen tuschelte mit seine Begleiterin, immer wieder sahen sie mitleidig zu mir r?ber. Ich f?hlte mich sehr unwohl. Ich dachte immer, diese Hippieszene sei sehr tolerant. Weit gefehlt. Am Aeussern wird man festgemacht. Wie ?berall.
Da ich nicht darauf warten wollte, wegen der Ausbeutung thail?ndischer Arbeiterinnen, oder wof?r sie micht sonst verantwortlich machen mochten, zur Rede gestellt zu werden, verzichtet ich auf den Tschai-Tee und verlangte gleich nach dem Kistchen, w?hlte und verschwand schnell wieder.

Wenn ich das n?chste Mal nach der Arbeit hingehe, werde ich mir erst mein Haar zerwuscheln und das Hemd betont schlampig in die Hose stecken, um die n?tige kritische Distanz zu zeigen und zu unterstreichen. Danach werde ich zuf?llig eine Quittung liegen lassen, welche eine nicht unbetr?chtliche ?berweisung an Greenpeace quittiert. Ausserdem werde ich mich vorher im Netz ?ber Meditation und Ravi Shankar informieren, um die richtige Gesinnung zu beweisen.

Was man nicht alles macht f?r den Stoff... hurra!
13.8.05 15:43





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung